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Freilandpalmen – Palmen in Deutschland

Palmen

Wenn von Palmen die Rede ist, so denken viele Menschen an die Cocos nucifera – die Kokosnusspalme. Keine andere Baumart auf diesem Globus steht in der Vorstellung des Menschen so sehr für tropische Küsten, Sonne, Strand und Meer. Es liegt also nah, dass viel Menschen sich eine – und sei es nur eine artverwandte – in die eigenen vier Wände oder den Garten holen möchten. Besonders geeignete Gebiete um Palmen in Deutschland anzupflanzen sind, aufgrund ihres regional vergleichsweise milden Klimas, die Küstengebiete, große Teile Westdeutschlands, sowie eine kleine Region um den Bodensee herum.

Die Familie der Palmen ist jedoch deutlich zahlreicher. Es existieren 183 Gattungen, welche etwa 2600 rezente Arten zusammenfassen. Es gibt Palmen in sehr vielseitigen Formen und Größen – es gibt kleine, mittelgroße oder große Palmen, einzelne oder in Gruppen zusammenstehende Exemplare, bewehrte oder unbewehrte.

Trotz ihrer zahlreichen Unterschiede, gibt es einige Merkmale von Palmen, welche sie alle gemeinsam haben. Der Stamm ist verholzt, kann jedoch in seiner Form variieren. Er kann schlank sein oder massiv, kurz oder hoch, kriechend, unterirdisch, kletternd oder aufrecht.

Doch nicht nur in ihrer Erscheinung sind Palmen sehr vielfältig, auch die Gebiete in denen sie vorkommen sind es. Vielfach denken die Menschen, das wären lediglich die subtropischen, warmen und sonnigen Breiten, doch dass dies nicht so ist, das wird sich im Laufe dieses Textes zeigen.

Freilandpalmen in Deutschland

Freilandpalmen in Deutschland

Palmen in Deutschland sind längst keine Ausnahmeerscheinung © iStock.com / TBE

Palmen, Oliven- und Zitronenbäume in deutschen Gärten – was früher unvorstellbar schien, ist heute nicht mehr wegzudenken. Inzwischen haben einheimische Bäume an Attraktivität eingebüßt und Platz für seltene Gewächse aus tropischen Ländern gemacht. Der Garten von heute führt neben Evergreens wie Rosen und einigen Hortensien zahlreiche exotische Pflanzen. Palmen in Deutschland sind längst keine Rarität mehr. Selbst Freilandpalmen mögen das Klima in Deutschland – ein Grund hierfür: der Klimawandel. Die heimischen Pflanzen tun sich bereits jetzt schwer mit den veränderten klimatischen Verhältnissen in unseren Breitengraden.

Lange Zeit galt es, dass eine erfolgreiche Freilandhaltung der Palmengewächse nur den Klimazonen der Tropen und Subtropen vorbehalten war. Das hat sich jedoch, ganz besonders in den letzten 10 bis 20 Jahren, eindeutig geändert. Sogar bis in die südlichen Breiten Skandinaviens ist das nachhaltige Kultivieren von Palmen vorgedrungen. In den deutschen Gefilden stellen Freilandpalmen mittlerweile in den Weinbauklimaten keine Besonderheit mehr dar. Sogar in noch kälteren, nördlicheren Regionen gibt es bereits Palmen, die unter den richtigen Voraussetzungen auch den Winter überstehen. Unser Anliegen in diesem Beitrag ist, Ihnen ein grundlegendes Verständnis darüber zu geben, wie sie welche Palmensorten anpflanzen können. Sie erfahren, auf welche Umwelt-Umstände Sie achten sollten und wie Sie Ihre neuen Palmen am besten pflanzen, pflegen und durch den Winter bringen.

Von entscheidender Bedeutung für einen dauerhaften Erfolg mit Freilandpalmen ist das regionale Klima innerhalb von Deutschland. Den wichtigsten Aspekt stellt hier das Januarmittel dar. Hierbei wird der Temperaturmittelwert sämtlicher Tage im Januar ermittelt. Liegt dieser Wert im Schnitt über der magischen Grenze von Null Grad, so dürfte einem erfolgreichen Anpflanzen von Freilandpalmen nichts mehr im Wege stehen – außer ein besonders harter Winter erfordert dann doch zusätzliche Schutzmaßnahmen der Palmen.

Das regionale Klima unterteilt sich nochmals in das lokale Klima, welches entscheidenden Einfluss auf die Entscheidung über Sinn und Unsinn einer Bepflanzung mit Freilandpalmen hat.

Stadt

In Städten und Industrieanlagen herrscht oft ein deutlich milderes Klima, als in ländlichen Regionen. Die mittleren Temperaturwerte liegen zumeist um einige wenige Grad über denen auf dem Land. Extreme Minuswerte werden oftmals stark gedämpft. Optimale Voraussetzungen um Palmen anzupflanzen, solange das Januarmittel nicht unter der Null-Grad-Grenze liegt.

Land, Wald und Wiese

Waldgebiete zeichnen sich aus, durch gleichmäßig kühle Temperaturen und eine höhere Luftfeuchtigkeit. Einen positiven Aspekt um Freilandpalmen anzupflanzen, trägt der natürliche Windschutz bei. Offenes Gelände, wie z.B. Wiesen heizen sich tagsüber zwar schnell auf, kühlen aber nachts ebenso rasch wieder ab. Außerdem kommt es über offenem Gelände zu starken Luftbewegungen, was den Palmen nicht gerade förderlich ist.

Meere, Flüsse, Seen

Wie die Meisten wissen, speichert Wasser Wärme in größerem Umfang und gibt es allmählich wieder ab. Dieser Effekt vergrößert sich mit der Größe des Gewässers, weswegen Regionen in der Nähe eines Meeres oder großer Seen ein deutlich milderes Klima aufweisen. Zusätzlich sind diese Zonen deutlich häufiger von Nebel betroffen, der wie ein natürliches Frostschutzmittel wirkt.

Berge und Täler

Je höher ein Standort liegt, desto ungünstiger ist dies für die Freilandpalmen. Denn im Schnitt sinkt die Durchschnittstemperatur je 100 Höhenmeter um ca. 0,5 Grad Celsius ab. Ebenso wie Berge, sind auch Täler kein guter Standort für Palmen in Deutschland, da sich hier gerne Kaltluftseen bilden.

Beispiele für Palmen in Deutschland

Freilandpalmen Variationen

Palmen existieren in den verschiedensten Variationen © iStock.com / GlobalStock

Beispielhaft wollen wir uns an 3 potenziellen „deutschlandtauglichen“ Palmen entlanghangeln und betrachten, was alles nötig ist, um diese Palmen in Deutschland anzupflanzen. All diese Palmen zeichnen sich durch eine verhältnismäßig hohe Frostverträglichkeit und Winterhärte aus.

Nadelpalme

Die Nadelpalme gilt als eine der frostbeständigsten Palmen überhaupt. Aufgrund ihres kleinen Wuchses und des kurzen Stamms, ist sie auch für kleinere Gärten interessant. Jedoch ist es schwer, diese Pflanze in Deutschland zu bekommen.

Diese Palme wird in etwa 2-3 Meter groß, wächst jedoch sehr langsam. Das flache Wurzelwerk kann unter Umständen dazu führen, dass besonders große und schwere Exemplare dieser Freilandpalme im Winter – bei hoher Schneelast – zur Seite kippen.

Wie bei allen Palmen, sollte ein sonniger Standort mit viel Sommerwärme gewählt werden. Sonne und Wärme bis in den Herbst, fördern das Wachstum und die Frostbeständigkeit. Selbst für deutsche Verhältnisse liegt die Frostverträglichkeit mit -14 bis -24 Grad Celsius sehr hoch. Es gibt bestätigte Berichte, bei denen die Nadelpalme Temperaturen bis zu -30 Grad ohne zusätzlichen Winterschutz überstanden hat.

Hanfpalme

Die Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) ist eine Palmen-Art aus China und an das Klima in Mitteleuropa bereits bestens angepasst, was sich in den Verkaufszahlen widerspiegelt – sie ist eine der Palmen in Deutschland, die am häufigsten angeboten werden.

Im Vergleich mit anderen Freilandpalmen, benötigt dieses Exemplar deutlich weniger Sonnenwärme und gedeiht auch noch einigermaßen gut an einem halbschattigen Standort.

Auch diese Art wächst relativ langsam, hat nach 10 Jahren in etwa eine Stammhöhe von 1 Meter erreicht und fängt dann an zu blühen. Die Frosttoleranz liegt mit Werten zwischen -12 bis -18 Grad Celsius in einem guten Bereich. Trotzdem sollten bereits bei höheren einstelligen Minusgraden bereits Maßnahmen für den Winterschutz getroffen werden.

Zwergpalmetto

Trotz ihrer recht kleinen Größe, die bei 1 bis 3 Metern liegt, ist die Zwergpalmetto eine sehr winterharte Palmen-Art. Ihre Frostverträglichkeit liegt zwischen -12 bis -20 Grad Celsius, sollte aber bei Erreichen von ersterem Wert bereits geschützt werden.

Der Lichtbedarf dieser Palme ist besonders hoch. Auch wenn die Zwergpalmetto an einigen Standorten im Schatten wächst, so ist es trotzdem empfehlenswert, ihr einen warmen und sonnigen Platz zu suchen, um ein optimales Wachstum zu generieren.

Palmen pflanzen und pflegen

Freilandpalmen im Winter

Es gibt sehr frostbeständige Palmen, die Minusgrade spielend überstehen © iStock.com / LanceB

Im Grunde gestaltet sich das Pflanzen von Palmen genauso wie die Bepflanzung des Gartens mit herkömmlichen Gewächsen. Die meisten Palmen befinden sich bei dem Erwerb in einem für sie geeigneten Pflanzsubstrat. Dort können sie ohne weiteres verweilen und Wurzeln bilden. Wenn man die Palmen umtopfen oder neu pflanzen möchte, muss man bedenken, welche Bodenverhältnisse benötigt werden. Die meisten Palmen „mögen“ ein leicht saures Substrat. Einige Ausnahmen bevorzugen alkalische Pflanzsubstrate. Etwas, was fast alle Palmen mögen: Torf und Kompost unter normale Pflanzenerde gemischt. Optional kann auch lehmige Gartenerde hinzugegeben werden. Wer bislang mit dem Palmen-Pflanzen noch keine Erfahrungen sammeln konnte, kann die zahlreichen Spezial-Substrate und Palmenerde Angebote der Baumärkte und Baumschulen nutzen. Jedoch sind diese kostenintensiv. Hat man etwas Erfahrung in Sachen Palmen-Pflanzen gesammelt, eröffnet sich dem Palmen-Kenner zusätzlich noch die Möglichkeit die Substrate selbst zu mischen.

Doch nicht lediglich die Erde ist für den Erfolg oder Misserfolg des Freilandpalmen-Vorhabens verantwortlich. Es gibt zusätzlich noch den Aspekt der Frostverträglichkeit, den Wärmebedarf, den Lichtfaktor sowie den Wind. Im Folgenden befassen wir uns mit diesen vier Kriterien.

Frostverträglichkeit

Dieser Faktor ist zwar genetisch vorgegeben, jedoch durchaus beeinflussbar. Durch Abhärtung kann viel zum Überleben der Palmen beigetragen werden. Ab dem Spätsommer sollten Freilandpalmen nicht mehr gedüngt werden, was darin begründet liegt, dass wachsendes, nicht ausgereiftes Palmen-Gewebe besonders empfindlich gegenüber Frosttemperaturen ist.

Wärmebedarf

Befinden sich die Palmen in der Wachstumsphase, so benötigen sie mindestens 10-18 Grad Celsius Umgebungstemperatur, optimaler Weise 20-30 Grad. Eine ausreichende Wärmeversorgung ist zum einen wichtig für ein zufriedenstellendes Wachstum der Palmenarten, sowie zum anderen für eine rasche Regeneration nach Frostschäden in harten Wintern.

Lichtfaktor

Der Lichtfaktor kann analog zum Temperaturfaktor angesehen werden. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung erhöht sich die Umgebungstemperatur. Aufgrund der Tatsache, dass alle Palmen eher aus südlichen Breiten stammen, ist ihr Basisbedarf an Licht und Temperatur naturgemäß höher, als der von einheimischen Gewächsen.

Wind

Obwohl die meisten Palmen selbst stärkste Stürme überstehen, wirkt sich dauerhaft intensiver Wind grundsätzlich negativ auf das Wachstum der Palmen aus. In den Sommermonaten bewirkt starker Wind eine Temperaturabkühlung, im Winter führen nördliche und östliche Winde meist zu extrem tiefen Temperaturwerten. Ein windstiller Standort ist optimal, um diese Probleme von vornherein zu vermeiden.

Praktische Grundlagen

Freilandpalmen im Sommer

Palmen im Garten bringen den Sommer in die eigenen vier Wände © iStock.com / FotoMak

Nachdem man nun also einen geeigneten Standort gefunden hat, kann man sich daran machen die Palme einzupflanzen. Freilandpalmen sollten in den Monaten zwischen März und Juni gepflanzt werden; somit bleibt der Palme noch beinahe die gesamte Vegetationszeit, um sich an den neuen Standort zu gewöhnen. Stark darauf zu achten ist, ob die Palme bereits beim Anbieter an einem sonnigen Standort oder jedoch im Schatten stand. War letzteres der Fall, so sollte die Palme an ihrem neuen Platz für 1-2 Wochen einen Sonnenschutz verpasst bekommen.

Zum Pflanzen der Palmen selbst ist zunächst ein ausreichend großes Pflanzloch zu graben. Dieses sollte ungefähr die doppelte Größe aufweisen, wie der Wurzelballen der jeweiligen Palme. Dem Aushub sollte reichlich Humus beigemischt werden – insbesondere bei schwerem Lehm- oder Tonboden. Aufgrund der Tatsache, dass die Palme im ersten Jahr Wurzeln austreiben und sich im Boden verankern muss, kann es dazu kommen, dass sich in Bezug auf das oberirdische Wachstum der Palme wenig tut. Deshalb sollte nicht vorschnell zum Dünger gegriffen werden; die Palme ist durch den Humusboden bereits mit ausreichend Nährstoffen versorgt.

An besonders sonnigen und heißen Tagen nach dem Pflanzen, ist auf eine ausreichende Wasserversorgung, sowie einen leichten Sonnenschutz zu achten.

5 Antworten : “Freilandpalmen – Palmen in Deutschland”

  1. Rex sagt:

    Hallo ,
    wie bekommt mann bei Palmen einen schönen
    Stamm hin.
    Danke!

    • Freilandpalmen sagt:

      Hallo Rex,
      ich bin mir nicht ganz sicher, was hier als schöner Stamm gemeint ist. Möchtest Du, dass der Stammt breiter/dicker wird?

  2. Susanne sagt:

    Einen schönen Palmenstamm bekommt man nur mit viel Geduld und Pflege der kompl. Palme.

    Die Blätter nicht zu kurz am Stamm abschneiden, d.h. ca. 20cm vom Palmenblatt-Stil noch am Stamm lassen und erst im nächsten Jahr, wenn die abgeschnittenen Blattstängel ausgetrocknet sind ETWAS kürzen.
    Die Palmenfasern werden im laufe der Jahre sich mehr und mehr mit den abstehenden Reststängeln verbinden und so gibt es einen schönen dicken Palmenstamm.

  3. Kati sagt:

    Trachycarpus fortunei

    Sie (ca. 1,90 m) steht seit 1 Jahr bei uns (im Norden) integriert und eingepflanzt in die Terrasse, und hat den Winter dank Jutesäcken und Gartenvlies, sehr gut überstanden. Geblüht hat sie zu meinem Erstaunen dieses Frühjahr auch noch! Ich musste mich erstmal „schlau“ machen, was für „Päckchen“ sie da plötzlich mit sich rumtrug.

    Empfehlenswert für Liebhaber des mediterranen feelings

  4. Thomas sagt:

    Möchte noch eine Palme auspflanzen! Hab schon seit vielen Jahren eine Trachycarpus Fortunei ausgepflanzt. Sie misst jetzt ca.3,20m,Stamm 1,85m
    Aber nun zu meiner Frage! Welche Palme wächst ausgepflanzt schneller? Fortunei oder Wagnerianus? Lg

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