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Hinweise zur Frosthärte
Die folgenden Hinweise beziehen sich hauptsächlich auf die Trachycarpus-Arten, die unter ”Frostharte Palmen” zum Auspflanzen
zu empfehlen sind.
Eine Palme ist nicht wirklich ”frosthart”, d. h. ihr Gewebe darf nicht vollständig durchfrieren. Heimische Bäume werfen im
Winter die Blätter ab und härten aus. Ihnen schadet das vollständige Durchfrieren des Gewebes nicht. Palmen hingegen sind ”immergrüne”. Die Blätter müssen auch bei tiefen Temperaturen minimal mit
Nährstoffen versorgt werden. Sie härten zwar mit sinkenden Temperaturen auch aus, aber ihr Gewebe (besonders das Herz) darf nicht vollständig durchfrieren. Palmen die Frost ertragen sind demzufolge lediglich bis zu
einem gewissen Maße frostresistent.
Die Frostresistenz resultiert aus mehreren Faktoren:
Eine Palme erträgt soviel Frost wie ihr empfindlichster Teil, der in allen Fällen die Wurzeln sind. Da diese aber (wenn die Palme
ausgepflanzt ist) gut in der Erde geschützt sind, treten die ersten Frostschäden an den Blättern auf. Da in Mitteleuropa schwerer Boden selten mehr als 12 - 15 cm an der Oberfläche durchfriert, ist die Mehrzahl der
Wurzeln einer größeren, gut eingewurzelten Palme im frostfreien Bereich. Frostschäden an Blättern treten erst an den Spitzen und später stellenweise in Form von Flecken auf. Sollte die Temperatur zu tief fallen oder
die Frostperiode zu lange dauern, können Blätter vollständig erfrieren. Die Palme kann im Frühjahr wieder austreiben, selbst wenn alle Blätter erfroren oder aufgrund von Frosttrocknis vertrocknet sind, solange das
Herz nicht erfroren oder verschimmelt ist.
Die Umstände einer Witterungsperiode spielen eine Wichtige Rolle. Steht eine Palme trocken hält sie in der Regel mehr Frost aus. Wobei es
vorkommt, daß bei einem Hoch aus Osten wochenlang Dauerfrost herrscht und die Luft sehr trocken ist. Da durch die ständige Sonneneinstrahlung die Palme Wasser verdunstet, aber durch den (durch Dauerfrost)
durchgefrorenen Boden kein Wasser mehr aufgenommen werden kann, vertrocknen die Blätter. Dies trat bei mir auch schon auf. Die Palme trieb im Frühjahr wieder aus. Steht die Palme feucht und kühl, erträgt sie nicht
so viel Kälte. Besonders gefährlich ist Regen oder nasser Schnee, der in der Nacht gefriert. Gerät Feuchtigkeit in den Vegetationspunkt (Herz) und die Feuchtigkeit gefriert Nachts, kann dies unter Umständen für die
Palme den Tot bedeuten. Regnet es wochenlang bei niedrigen Temperaturen, können Pilze auftreten, die im schlimmsten Falle auch zum Tod führen können. Es besteht die Möglichkeit, das Herz der Palme vor Feuchtigkeit
zu schützen. Der Vorteil des Regens oder Schneefalls besteht darin, daß bei Niederschlag die Temperaturen nachts nicht so stark absinken wie bei klarem Himmel. Eine Gesunde Palme erträgt aber ohne weiteres die kühl
feuchten Temperaturen unseres Winters. Ich habe meine Trachycarpus bisher nur in härteren Wintern aufwendiger geschützt.
Zwei Palmen der gleichen Gattung und Art können in Bezug auf die Frostresistenz erheblich variieren. Dies liegt zum einen daran, ob eine
Palme ”abgehärtet” wurde und zum anderen können gleiche Pflanzen doch verschieden sein. Das hat bestimmt schon so mancher bemerkt. Die selben Pflanzen, am selben Standort wachsen bzw. blühen
unterschiedlich. Ein Beispiel von mir: Ich hatte zwei gleich alte Washingtonia filifera nebeneinander auf einem geschützten Balkon bei einem Temperatursturz zu spät eingeräumt (-8,6°C). Beide sahen anfangs gut aus.
Einige Wochen später war eine abgestorben, wobei die andere nur leichte Frostschäden zeigte. Eine Palme kann begrenzt ”abgehärtet” werden. Das heißt, die Palme bleibt so lange wie möglich draußen.
Hierbei benötigt man allerdings etwas Fingerspitzengefühl. Man sollte ständig die Temperatur bzw. den Wetterbericht verfolgen. Grundregel: um so kühler um so weniger Wasser. Eine abgehärtete Palme hat viel härtere
Blätter als eine neu gekaufte aus dem Gewächshaus.
Der letzte Punkt ist einfach nur Glück. Wobei eine Palme bei den gleichen Bedingungen überlebt, stirbt eine andere bei den selben
möglicherweise ab.
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