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Vermehrung

Es gibt zwei Arten der Palmenvermehrung:

Generative Vermehrung

Die meisten Palmenarten lassen sich nur durch Samen vermehren. Bei der Vermehrung durch Samen benötigt man etwas Geduld. Z. B. kann die Keimung der Chilenischen Honigpalme bis zu 12 Monate dauern. In der Regel benötigen die meisten, bei uns kultivierbaren Palmen, bis zur Keimung zwischen 2 - 3 Monate. Die Samen keimen in der Regel auch bei normaler Zimmertemperatur ohne besondere Maßnahmen. Allerdings kann die Keimung dann etwas länger dauern und die Keimrate evtl. nicht so hoch ausfallen.

Mit folgender Methode habe ich bisher am meisten Erfolge mit verschiedenen Palmensamen gehabt:

1. die Samen so gut wie möglich noch vom evtl. vorhandenen Fruchtfleich befreien.

2. Samen am besten in eine Termuskanne mit lauwarmem Wasser 24 Std. einweichen (vorquellen)

3. Wasser nach 24 Std. erneuern und Samen von noch abgehendem Fruchtfleich befreien. Samen weitere 24 Std. einweichen.

4. Die Samen können nach letzter Kontrolle auf vorhandenes Fruchtfleisch gesät werden. Die Samen keimen am besten bei einer Temperatur von 22 - 25°C. Ideal ist eine Heizmatte. Dadurch erreicht man schnellere Keimergebnisse. Die Samen keimen in der Regel auch bei normalen Zimmertemperaturen, dauert aber länger. Sobald die Samen gekeimt sind, (spätestens nach sichtbarem Wachstum) muß darauf geachtet werden, daß die Sämlinge "nie" ganz austrocknen. Es sollte ein ausgewogenes Verhältnis von Wasser vorhanden sein. Sobald ein bis zwei Blättchen vorhanden sind, kann pickiert werden (in einzelne Töpfe verpflanzen).

Vegetative Vermehrung

Einige Palmen wachsen buschartig und bekommen Ausläufer. Diese Ausläufer (Adventivsprosse) können sobald sie eigene Wurzeln gebildet haben abgetrennt und in eigene Töpfe gepflanzt werden. Dabei besteht allerdings bei beiden Pflanzen die Möglichkeit einer Pilzinfektion. Die Pilze können durch die Schnittstelle in die Pflanze eindringen (muß nicht sein, aber kann). Um dieses Risiko zu vermeiden, sollten die frischen Schnittstellen mit Chinosol oder Holzkohlepulfer desinfiziert werden. Da Palmen an den Wurzeln sehr empfindlich sind, ist darauf zu achten, daß diese so wenig wie möglich beschädigt werden. Ein Beschädigen/Abreißen von Wurzeln an jungen Pflanzen kann im Extremfall zum Absterben führen.

Diese Art der Vermehrung umgeht die Zeit der Keimung und erscheint einfacher zu sein. Leider ist diese Art der Vermehrung bei der Mehrzahl an Palmenarten nicht möglich. Ich persönlich habe bei deiser Art der Vermehrung keine guten Erfahrungen gemacht.

Die Relativ Aufwendige Vermehrung rechtfertigt den allgemein höheren Preis der Palmen. Drachenbäume oder Yuccapalmen z. B. (gehören botanisch nicht zur Familie der Palmen) sind viel einfacher zu vermehren und deshalb auch wesentlich günstiger.