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Nützlinge gegen Blattläuse – Schädlingsbekämpfung mit Florfliegen

Blattläuse, die bevorzugt Blätter der Rosengewächse wie Ramblerrosen verspeisen, sind etwa 2-7 mm große Insekten, die sowohl geflügelt, als auch ungeflügelt auftreten können. Weltweit sind ca. 3 000 verschiedene Arten bekannt, wovon 800 in Mitteleuropa leben. Sie ernähren sich ausschließlich vom Pflanzensaft aller Nutz- und Zierpflanzen, welchen sie mittels Stechrüssel zu sich nehmen. Hierbei zerstören sie jedoch das pflanzliche Gewebe ihrer Nahrungsquelle unwiderruflich, was zum Beispiel in der Landwirtschaft erhebliche finanzielle Schäden hervorrufen kann.

Nützlinge gegen Blattläuse im Überblick

Nützlinge gegen Blattläuse Marienkäfer

Am häufigsten gewinnen bei der Wahl der Nützlinge gegen Blattläuse Marienkäfer © iStock.com / ABV

Das Ausscheidungsprodukt der Blattläuse, der so genannte Honigtau, lockt weitere Insekten wie Ameisen und Schwärzepilze an, die die betroffenen Pflanzen weiter schädigen. Auch Bodenschädlinge, wie Feldmäuse werden davon angezogen. Nützlinge gegen Blattläuse, wie die Florfliegenlarven, Schlupfwespen oder Marienkäfer können dem Gärtner auf biologische Art bei der Bekämpfung helfen. Diese können leicht über das Internet, aber auch in diversen Pflanzencentern gekauft werden.

7-Punkt Marienkäfer

Die wohl bekanntesten Nützlinge gegen Blattläuse sind Marienkäfer. Sowohl die Larven, als auch die ausgewachsenen Insekten ernähren sich hauptsächlich von Blattläusen. Am Tage können sie rund 50 Exemplare der Schädlinge fressen. Doch leben zu viele Marienkäfer in einem Gebiet, kann es schnell passieren, dass sich die Tiere gegenseitig fressen. Daher empfiehlt es sich noch weitere Insektenarten zur natürlichen Schädlingsbekämpfung einzusetzen.

Der Nützling der zum Schädling wurde: Marienkäfer aus Fernost

Im Gegensatz zum heimischen Vertreter, ist der Marienkäfer aus Fernost wenig wählerisch, was seine Nahrung anbelangt. Neben Blattläusen stehen auch Blattflöhe, Gallenläuse und Schildläuse auf seinem Speiseplan – diese Tatsache führte dazu, dass er im Jahre 1916 zum Zwecke der biologischen Schädlingsbekämpfung in die USA importiert wurde. Nach Europa wurde er ebenso bewusst eingeführt: 1982 kam er nach Südfrankreich, dann folgten Belgien und Niederlande. Aus diesen Ländern fand der Marienkäfer über den Versandhandel auch seinen Weg nach Deutschland. Doch der vermeintliche Nützling hat sich im Laufe der Zeit zum Problem entwickelt. Sind die Blattläuse komplett verspeist, widmet sich der Marienkäfer den Larven anderer Nützlinge und frisst schließlich sogar die Larven seiner europäischen Verwandten. Mehr zu diesen Thema hier.

Nützlinge mit viel Appetit: Florfliegen

Nützlinge gegen Blattläuse Florfliege

Die Florfliegen bilden oft nur eine weitere Generation im Jahresverlauf © iStock.com / fabioski

Florfliegen, insbesondere die Arten der Gattung Chrysopa, können in ihrem Larvenstadium etwa zweimal so viele Blattläuse fressen, wie Marienkäfer. Aus diesem Grund trägt dieser Nützling auch den Beinamen Blattlauslöwe und wurde zum Insekt des Jahres 1999 gewählt. Die Florfliegenlarve injiziert mittels ihres Mundwerkzeugs ein Verdauungssekret, das dazu führt, dass sich die Blattlaus innerlich auflöst. Die dadurch entstandene Flüssigkeit wird dann im Anschluss von der Larve zu sich genommen.

Der Einsatz von Florfliegen

Florfliegenlarven sind in Sachen Temperatur recht anspruchslos und bereits bei etwa 15° C gegen die Blattläuse aktiv. In den ersten Tagen sollte eine Überkopf-Bewässerung vermieden werden, da die 1-2 mm großen Tiere sonst fortgespült werden.

Erste Erfolge sind erst nach mehreren Tagen sichtbar, da die jungen Tiere zu Anfang, trotz großem Appetit, nicht viel verspeisen können. Florfliegenlarven sind in der Regel unsichtbar, dämmerungsaktiv und bewegen sich hauptsächlich auf den Blattunterseiten der Gartenpflanzen. Nach etwa 3-4 Tagen sind die Tiere auf ca. 7 mm angewachsen – in diesem Stadium fressen die Insekten große Blattlaus Mengen, sodass die ersten Fortschritte sichtbar werden. Nach etwa einer Woche wird eine deutliche Reduzierung der Blattläuse erkennbar.

Nützlinge im Doppelpack

In der Land- und Fortwirtschaft werden Florfliegen extra für die natürliche Schädlingsbekämpfung gezüchtet. Im Einzelhandel werden die Marienkäfer und die nachtaktiven Florfliegenlarven häufig als Paket angeboten, da sich die beiden Nützlinge gegen Blattläuse perfekt ergänzen. Des Weiteren ernähren sich beide Arten auch von anderen Schädlingen wie Spinnmilben oder den Larven des Gartenlaubenkäfers oder der Trauermücke.

Doch auch andere Nützlinge können gegen Blattläuse im heimischen Garten helfen: beispielsweise die Schlupfwespen. Zudem fressen sie auch andere Pflanzenschädlinge wie Lebensmittel- oder Lauchmotten – auch sie können im Online-Handel erworben werden.

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