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Schusterpalme – die Palme, die keine ist

Die Schusterpalme (Aspidistra elatior, aus dem griechischen „aspidion“: kleiner Rundschild) gehört zu der Familie der Spargelgewächse, ist somit streng genommen gar keine Palme. Sie ist aber in unseren Breiten seit ca. 200 Jahren beheimatet und hat sich schon lange einen Platz im Reigen der Zierpflanzen und Zimmerpalmen erarbeitet. Die ursprüngliche Heimat der Schusterpalme ist der Ferne Osten, nämlich im Unterwuchs der Wälder von China und Japan.
Ihr seltsamer Name „Schusterpalme“, alternativ auch gern „Metzgerpalme“ (weitere Namen: Schildblume, Schildnarbe, Eisenpflanze), rührt daher, dass die Aspidistra elatior gern und viel in für Pflanzen eher unwirtlichem Gebiet zum Einsatz kam, nämlich in Ecken von Schusterwerkstätten oder auf Theken von Metzgerläden. Denn wo andere Zimmerpflanzen eingehen, weil es schattig, kühl, zugig oder staubig ist, hält die Schusterpalme eisern die Stellung und gedeiht – vielleicht nicht prächtig, aber immerhin: sie gedeiht.

Merkmale der Schusterpalme

Schusterpalme auf einem Balkon

Die Schusterpalme – auch auf dem Balkon eine Augenweide © istock/MarkParrenTaylor

Die Aspidistra elatior ist eine immergrün, krautige Pflanze und wird in der Regel um die 70 bis 80 Zentimeter hoch. Ihre Laubblätter bildet sie aus kriechenden, langen Rhizomen. Die Blätter werden um die 50 Zentimeter lang, sind dunkelgrün, schwertförmig, schwer und glänzen ledrig.
Sie blüht am Boden mit kleinen, rötlich bis braunen Blüten. Die Blüte tritt relativ selten auf (in der Regel maximal einmal pro Jahr) und kann durchaus auch unbemerkt geschehen, wenn die Blüten durch die Blätter verdeckt werden.
Die Schusterpalme ist, wie schon erwähnt, sehr genügsam und robust, was sie Mitte des letzten Jahrhunderts zu einer äußerst populären Zimmerpflanze aufsteigen ließ. Obwohl sie nicht zu den Palmen zählt, mag sie es durchaus warm – das beschleunigt das Wachstum. Direkte Sonneneinstrahlung sollte aber vermieden werden, dadurch können die Blätter verbrennen.
Sie kommt gut zurecht auf dem schattigen Treppenabsatz oder im Schlafzimmerfenster, das nach Norden rausgeht. Auch mit Temperaturen deutlich unter 20 Grad hat sie kein Problem, allerdings sollte man sie nicht draußen überwintern lassen, denn winterfest ist sie nicht.
Übrigens sind viele bestimmt schon „unbemerkt“ in Berührung mit der Schusterpalme gekommen, denn ihre Blätter werden von Floristen gern als Füllwerk genutzt.

Vermehrung der Aspidistra elatior

Zum Vermehren der Schusterpalme werden am besten beim Umtopfen im Frühjahr die Rhizome geteilt. Man sollte mehrere, immer jeweils mit zumindest zwei Blättern ausgestattete Setzlinge nicht sonderlich tief in einen Topf pflanzen, um eine möglichst dichte Pflanze zu erhalten. Das Substrat ist (s.u.) leicht sauer und gut durchlässig zu halten. Wie für die ausgewachsene Aspidistra elatior gilt auch für die Zöglinge, dass sie ein (halb-) schattiges Plätzchen brauchen. Auf Düngung ist zu verzichten, um die Wurzelbildung nicht zu beeinträchtigen.

Pflege der Schusterpalme

Generell gilt für die Schusterpalme „Weniger ist mehr“: Sonne, Wasser, Temperatur oder Dünger ist eher sparsam einzusetzen, denn sie erkrankt eigentlich nur, wenn sie mit etwas „überfüttert“ wird.

  • Lichtbedarf: Egal, nur keine direkte Sonneneinstrahlung.
  • Standort: Schatten oder Halbschatten; es kann gern zugig sein.
  • Wasserbedarf: Mäßig feucht halten, das Substrat eher erst antrocknen lassen. Staunässe bitte vermeiden, sonst bekommt sie braune Blätter. Das Gießen im Winter noch einmal reduzieren.
  • Luftfeuchtigkeit: Eher höher als zu niedrig, da sie sonst von Läusen oder Spinnen befallen werden kann.
  • Wasserqualität: Optimal ist Regenwasser oder anderes abgestandenes, nicht zu kaltes Wasser. Bei kalkhaltigem Wasser kann die Pflanze gelbe Blätter bekommen.
  • Temperatur: Normale Zimmertemperaturen um die 20 Grad sind der Schusterpalme sehr genehm, im Winter darf es auch gern nur um die 10 Grad im Wintergarten oder einem anderen kühleren Raum sein.
  • Substrat: Die Schusterpalme mag ein Gemisch aus Blumenerde, Torf- oder Humussubstrat im leicht sauren Bereich (pH-Wert 5,5 bis 6,5) plus Quarzsand oder Perlite. Kies oder Tonscherben sollten gegen Staunässe zugegeben werden.
  • Düngen: Von Frühling bis Sommer im Wachstum, allerdings wenig. Kein Düngen im Winter.
  • Umtopfen: Auch hier demonstriert die Schusterpalme Pflegeleichtheit. Sofern sie in einem guten Substrat gedeiht, reicht es völlig aus, wenn man sie alle paar Jahre umtopft. Bis die Erde voll durchwurzelt ist, können vier bis fünf Jahre ins Land gehen.
  • Schädlinge: Schildläuse, Schmierläuse oder Spinnmilben können der Schusterpalme zusetzen. Weniger Wasser oder ein Standortwechsel kann da Abhilfe schaffen, in den meisten Fällen tut es auch schon eine Dusche. In jedem Fall sollte man häufiger die Unterseiten der Blätter kontrollieren, um den Befall von Schädlingen im Zweifelsfall frühzeitig zu erkennen.

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