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Alles begonnen hatte mit meinem ersten Urlaub im Süden 1992 (Portugal). Dort wurde ich von dem “Palmenvirus” infiziert. Ich begann jede Palmenart zu kaufen, die es gab. Schließlich mußte ich aber feststellen, daß speziell die tropischen Arten in herkömmlichen Wohnräumen auf Dauer nicht zu halten sind. Mit der Zeit beschränkte ich meine “Sammlung” auf die Arten, die einigermaßen gut in Wohnräumen gehalten werden können. Dort sah es schon fast aus wie im Dschungel.

Als ich (glaube 1995) dann einen Internetanschluß hatte entdeckte ich bei den damals noch recht spärlichen Palmeninfos dann Hinweise, denen zufolge es eine Palme gäben soll, die -15°C aushalten würde. Nach weiterer Recherche habe ich noch einige wenige Hinweise gefunden, die dies bestätigten. Da hatte ich “angebissen” Mein Interesse war stark geweckt und ich wollte unbedingt so eine Palme haben. Meine damalige Partnerin hatte/hat ein großes Grundstück im Schwarzwald.

Bei dem Begriff Schwarzwald denkt man an Schnee, Skifahren, Berge, Wälder und Schwarzwaldklinik. Man würde keine Palmen vermuten. Die ausgepflanzten Palmen befinden sich in einem Tal (Simonswäldertal) ca. 30 km von Freiburg im Breisgau entfernt. Es ist dort um einiges rauher als z. B. in Freiburg. Gerade deshalb war es eine besondere Herausforderung und da ich keine andere Möglichkeit gehabt habe eine Palme auszupflanzen tat ich das dort.

1996 habe ich meinen ersten Auspflanzversuch mit einer Trachycarpus fortunei, ca. 20 cm Stamm gemacht. Ausgerechnet im darauffolgenden Winter sanken die Temperaturen auf bis kurzfristig -18°C, wochenlanger Dauerfrost mit Sonneneinstrahlung. Ich hatte meine Trachycarpus mit Luftpolsterfolie eingepackt. Als die Temperaturen im Frühjahr 1997 wieder über dem Gefrierpunkt waren entfernte ich die Folie. Alles sah gut aus. Alle Blätter waren noch grün. Einige Tage später wurde Blatt für Blatt braun und verdorrt. Ich war enttäuscht und dachte ich hätte meine Palme verloren. Als ich sie ca. 3 Wochen später schon entfernen wollte trieb sie neu aus. Ich war begeistert. Ich nehme an, daß die Austrocknung aufgrund von Frosttrocknis entstanden ist. Die Palme hat im Sommer 1997 vier neue Blätter bekommen und den darauffolgenden Winter auch gut überstanden. Ich hatte sie nur für 1 Woche mit Luftpolsterfolie verpackt.

Als ich dann im Jahre 2000 dort hin zog wurden es immer mehr. Natürlich ist der Garten dort schon etwas grenzwertig und es gab immer wieder Verluste. Bei einer Anzahl von mehr als 50 Palmen fiel das aber nciht so ins Gewicht. Auch war ich recht risikobereit und habe nur das allernötigste geschützt (wenn überhaupt). Aufgrund der Masse war Schutz für alle unmöglich.

Seit dem habe ich mich auf “freilandpalmen” spezialisiert und die “Innenkultur” ist seit dem nur noch zweitrangig.

Im Dezember 2004 zog ich an den Tuniberg (südwestlich von Freiburg). Dort hatte ich kurzfristig ein Grundstück gepachtet (für 1 Jahr) was total verwildert war. Gleich im ersten Winter hat sich herausgestellt, daß das Grundstück mikroklimatisch sehr ungünstig liegt und deshalb war ich auch über einige Verluste doch sehr erstaunt. Klar daß die guten Lagen mit Reben bepflanzt sind. Also habe ich das Grundstück wieder aufgegeben. Ich habe u. a. meinen Vermieter überredet eine Palme auspflanzen zu dürfen. Auch Nachbarn und Bekannten habe ich Palmen und andere Exoten (Bananen, Feigen etc.) gespendet bzw. verkauft um diese etwas mehr zu verbreiten.

Seit Oktober 2007 wohne ich in Ihringen am Kaiserstuhl (wärmster Ort Deutschlands). Auch hier habe ich bereits Palmen ausgepflanzt und durch Spenden an Nachbarn zur Verbreitung beigetragen, obwohl hier die Exotendichte erfreulicherweise schon recht gut ist. Aber Palmen kann man nie genug haben ;-)

Da Palmen frei ausgepflanzt um ein vielfaches schneller wachsen und die Frosttolleranz größer ist als im Kübel kann ich jedem empfehlen, der in einem milderen Klima (z. B. Rheinebene, Weinbaugebiet) wohnt und sich je nach Klimabedingungen ein wenig Mühe mit einem Winterschutz macht, Palmen auszupflanzen.

Ich wünsche allen Palmenfreunden milde Winter und frohes Wachsen.